Kunstgewerbe  9

Der Erzengel Michael als Ordenspatron

Garitan – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0
Garitan – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Lilienwappen von einer Muschelkette des Michaelsordens umgeben. Relief auf einem Kamin des Bankettsaasl im Palais du Tau, Reims, Frankreich.

 

Photo: Aubry Françon
Photo: Aubry Françon

Lilienwappen von einer Muschelkette des Michaelsordens umgeben. Kamindekoration im Chateau de Grignan, Grignan, département Drôme, Auvergne-Rhône-Alpes, Frankreich

 

Photo: Matthieu Cheneby
Photo: Matthieu Cheneby

Unbekannter burgundischer Bildhauer

Wappenschild des Hauses Vienne

Flachrelief, Alabaster

67 x 56 x 9 cm

Dijon

Musée des Beaux-arts

▶ Inv. CA 1441  (16. 3. 2019)

Wappens des Girart de Vienne, umgeben von der Halskette des St. Michael-Ordens, aus der 1521 von ihm gegründeten Kapelle in der Sainte-Chapelle zu Dijon. 


Ludwig XI. stiftete am 1. August 1469 in Amboise den Sankt-Michaelsorden, um die Elite des Königreichs um sich zu versammeln und seine Oberhoheit gegenüber dem mächtigen Herzog von Burgund und des Königs von England zu stärken. Als Patron wählte er den Heiligen Michael, dessen Figur seit dem Hundertjährigen Krieg die königlichen Standarten schmückte.

Den 36 Herren vorbehalten, die durch einen Eid der ausschließlichen Loyalität verpflichtet waren, wurde der Orden sehr schnell wie die älteren Vorgänger (Strumpfbandorden und Orden vom Goldenen Vlies) etabliert. Er stärkte, dank der politischen Fähigkeit des Königs, das Prestige der Krone.

Nach dem Tod Heinrichs II. verlor er jedoch in der Unordnung der Religionskriege sein Ansehen, weil er zu häufig verliehen worden war. Anlässlich der Stiftung des Orden des Heiligen Geistes (L’ordre du Saint-Esprit) durch Heinrich III. wurde der Michaelsorden reformiert und zum zweiten Orden des Königreichs erklärt.

1665 von Ludwig XIV. wiederum erneuert, diente er dem König als Symbol seiner Dankbarkeit gegenüber den großen Staatsdienern auf dem Gebiet der Kunst, Literatur und Wissenschaft. Nachdem der Orden 1791 abgeschafft worden war, wurde er von Ludwig XVIII. wiederbelebt und schließlich 1830 von Louis-Philippe endgültig aufgegeben.

 

Die Insignien des Ordens waren eine Kette aus Muscheln, die durch Knoten miteinander verbunden waren, an der die Figur des Erzengels Michael, der den Drachen tötet, befestigt war.

Die Ritter, die ständig das Zeichen des Ordens tragen mußten, durften privat oder auf der Jagd nur einen an einer Kette oder einer Seidenschnur aufgehängten Anhänger tragen: den kleinen Orden.

Im Jahr 1665 ersetzte Ludwig XIV. den Anhänger durch ein Kreuz, das an einem schwarzen Band getragen wurde. Es war ähnlich dem der Ritter des Heiligen Geistes, aber das Medaillon im Zentrum zeigte auf beiden Seiten das Relief des Erzengels Michael.  nach: www.legiondhonneur.fr

 


[1475]

AUTOR   Unbekannter französischer Steinschneider

TITEL

 

  Pendant Medallion with Michael Slaying the Dragon
    Medaillon mit dem Erzengel Michael
    Kennzeichen des ➔Ordre de Saint-Michel
DATIERUNG   zirka 1470–80

TECHNIK

 

 

 

Flachrelief in Perlmutter, Reste von Vergoldung auf der Figur, Hintergrund Tempera, Fassung Silber

FORMAT   5,7 x 3,9 cm, Tiefe 0,5
ORT   New York City
SAMMLUNG   The Metropolitan Museum of Art
INVENTAR   1975.65  The Cloisters Collection, 1975
     
TYPUS    Erzengel Michael als Kämpfer gegen den Satan 

 

(15. 4. 2019) ► https://www.metmuseum.org/art/collection/search/465981?&searchField=All&sortBy=Relevance&ft=michael+archangel&offset=0&rpp=20&pos=18

[1550]

HERKUNFT ohne Angabe

Pendentif de l’ordre de Saint-Michel.

16. Jahrhundert

Gold, Emaille, Diamanten

FORMAT ohne Angabe

Paris,

Musée de la Légion d’honneur, Sammlung Spada

INVENTAR ohne Angabe

 

Erzengel Michael als Sieger über den Satan

 

(15. 4. 2019) ►http://www.legiondhonneur.fr/fr/collection-spada



[1650]

Holland

Collier de l’ordre de Saint-Michel.

Kette mit zwölf Muscheln und doppelseitigem Anhänger

Gold, partiell emailliert

Paris, Musée de la Légion d’honneur

 

Diese Ordenskette  wurde 1661 von Jacques Auguste de Thou, dem Botschafter Ludwigs XIV. in Den Haag, an Marinus van Stavenisse (1601–16663), dem Herrn von Breydorpe und Botland, übergeben, der mehrere öffentliche Ämter in der Stadt Zlerikzee, in der Provinz Zeeland (Niederlande) inne hatte.

 

http://www.legiondhonneur.fr/fr/actualites/le-collier-de-lordre-de-saint-michel-un-depot-exceptionnel/650/2 (3. 10. 2018)

 

WEITERE EXEMPLARE 

• Amsterdam, Rijksmuseum (nicht verifiziert, 3. 10 2018)

• Musée de la Chancellerie des ordres hollandais du Palais de Het Loo (nicht verifiziert, 3. 10 2018)

 

Erzengel Michael als Drachentöter

   

[1650]

AUTOR   Unbekannter französischer Steinschneider

TITEL

 

 

Badge of the Order of Saint Michael

Kennzeichen des Ordre de Saint-Michel

DATIERUNG   17. Jahrhundert

TECHNIK

 

 

 

Zwei Flachreliefs in Muschelschale (Kameeschnitt), Fassung in Gold,

Kette und Ösen modern

FORMAT

 

 

 

8 x 3,3 cm mit ausgebreiteter Kette;

Kamee mit Figur nach rechts 27,5 x 21,7 mm;

Kamee mit Figur nach links 28,8 x 22 mm

ORT   New York City
SAMMLUNG   The Metropolitan Museum of Art
INVENTAR   17.190.864 
     
TYPUS    Erzengel Michael als Kämpfer gegen den Satan 

 

(15. 4. 2019) ► https://www.metmuseum.org/art/collection/search/193653?&searchField=All&sortBy=Relevance&ft=michael+archangel&offset=0&rpp=20&pos=14



The MET 1986.319.55 revers
The MET 1986.319.55 revers

1701

Frankreich

André Chalochet, Medailleur

Order of Saint Michael.

Revers signiert neben Satan: A.CHALOCHET.FECIT 1701

Inschrift revers: LO · XI · R · DE · FR · INST · L’ORDRE · DE · S · MICHEL 1469 / LO · XIV · R · DE · FR · ET · DE · NAV · RESTAURATEUR 1664

Bronze, Ø 111 mm

New York City

The Metropolitan Museum

Medals and Plaquettes

INVENTAR   1986.319.55  The Erich Lederer Collection

 

Erzengel Michael als Kämpfer gegen den Satan

   



Gattungen

QUIS UT DEUS  – DER ERZENGEL MICHAEL IN DER BILDENDEN KUNST – VIRTUELLE AUSSTELLUNG UND MATERIALSAMMLUNG