1425  Die Visionen der Jungfrau von Orléans

Jeanne d’Arc  

Johanna von Orléans

* 1412?  Domrémy-la-Pucelle, Lothringen

† 1431 Rouen

 

französische Nationalheldin

Seit 1909 selig-, seit 1920 heiliggesprochen

Gedenktag 30. Mai

Jeanne hat vor Gericht ausgesagt, dass sie im Alter von 13 Jahren ihre ersten Visionen hatte: Sie hörte zuerst die Stimme der hl. Katharina, dann sprachen der hl. Michael und die hl. Margareta zu ihr. Die Heiligen erteilten ihr den Befehl, Frankreich von den Engländern zu befreien und den Dauphin zum Thron zu führen. Nach wiederholten Erscheinungen verließ Jeanne 1428 das Elternhaus und zog nach Poitiers, um dort den Dauphin von einem Feldzug gegen die Engländer zu überzeugen.

1429 wird Orléans tatsächlich von Jeannes  Truppen befreit und der Dauphin in der Kathedrale von Reims als Charles VII. gekrönt.

Jeannes Versuche auch Paris zu befreien scheiterten. Sie wurde 1430 verraten, festgenommen und den Burgundern ausgeliefert. Sie wurde der katholischen Gerichtsbarkeit in Rouen übergeben und in einem dreimonatigen Prozess unter anderem wegen Anbetung von Dämonen (also ihre Visionen) zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt, falls sie nicht von ihrem Irrglauben abließe. Jeanne schwor ab, sodass sie lediglich zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Das war für die Anhänger des englischen Königshauses nicht tragbar, weil dadurch das Ziel des Prozesses, Charles VII. wegen Unterstütung einer Ketzerin zu entmachten, nicht zu erreichen war. Es wurde daraufhin ein weiterer Prozess angestrengt und Jeanne wurde mit hinterlistigen Mitteln zur notorisch rückfälligen Ketzerin abgestempelt und am 30. Mai 1431 auf dem Marktplatz von Rouen verbrannt.


QUIS UT DEUS  – DER ERZENGEL MICHAEL IN DER BILDENDEN KUNST – VIRTUELLE AUSSTELLUNG UND MATERIALSAMMLUNG