Italien


POLAIUOLO

Antonio del Pollaiuolo

(ital. Schreibweise: Pollaiolo)

Antonio Benci

* 1431  Florenz

† 1498  Rom

Piero del Pollaiuolo

Piero di Jacopo d’Antonio Benci

* 1443  Florenz

† 1496  Rom

Piero del POLLAIUOLO arbeitete in der Werkstatt seines älteren Bruders Antonio, von dem er vielleicht auch ausgebildet worden ist. Wer von den beiden Brüdern welche Bilder gemalt hat,  ist strittig.



1465

     
AUTOR   Antonio und Piero del Pollaiuolo
TITEL   San Michele Arcangelo e il drago
   

Prozessionsstandarte*

für die Bruderschaft Sant’ Angelo in Arezzo 

DATIERUNG   Vor 1465; restauriert 1964
TECHNIK   Tempera auf Leinwand*
FORMAT   175 x 116 cm
ORT   Florenz
SAMMLUNG   Museo Stefano Bardini
INVENTAR   inv. 776 (Katalognr. 286, Nr. 14 im Saalplan)
     

TYPUS 

 

 

Erzengel Michael als Kämpfer gegen den Satan

 

►http://museicivicifiorentini.comune.fi.it/bardini/visitamuseo/#

 

►http://www.arte.rai.it/gallery-refresh/le-dame-dei-pollaiolo-una-bottega-fiorentina-del-rinascimento/831/4/default.aspx#header

Dieses Leinwandgemälde ist die Rückseite eines Banners, das die Bruderschaft Sant’ Angelo zu Arezzo beauftragt hatte, wie VASARI 1568 in seinen Viten über Antonio Pollaiuolo schreibt.

Nachdem die Lesbarkeit des Bildes durch eine Restaurierung 1964 wiederhergestellt worden war, konnte es unter stilistischen Gesichtspunkten untersucht werden. Aufgrund deutlicher Unterschiede ergibt sich, dass das Werk das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen Antonio und seinem Bruder Piero sein muss. Beide waren die Hauptmeister einer der angesehensten Werkstätten im Florenz des 15. Jahrhunderts, in der Goldschmiedarbeiten, Skulpturen, Gemälde und Zeichnungen für Stickereien ausgeführt wurden.

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Die Pose des Erzengels entspricht derjenigen des Herkules (Ercole e l’idra) in den Uffizien, einer kleinen Tafel Antonios von 1475, aber es gibt auch einige Ähnlichkeiten des Gemäldes der Bardini-Sammlung mit der Tugend (virtù), ausgeführt für den Sitz des Tribunale della Mercanzia in Florenz – heute auch in den Uffizien – die Piero zugeschrieben wird.

 

Bibliothèque de Genève, Comites Latentes 54, folio 13r
Bibliothèque de Genève, Comites Latentes 54, folio 13r

Das Bild hat einen terminus ante quem in einer Miniatur von Francesco d’Antonio del Chierico, die nicht später als 1465 zu datieren ist und in der dieser ausdrücklich die Haltung des Bardini-Michaels wiederholt.

– Die Rüstung des kriegerischen Erzengels erlaubt überdies eine noch bessere Feststellung der Entstehungszeit des Bildes, weil sie als Parade-Rüstung zur Zeit Lorenzo Magnificos in Mode war. Die Aufmerksamkeit für die Details der Rüstung und die Delikatesse der Goldverzierungen und des Besatzes mit Edelsteinen auf dem Brustharnisch zeugt von Antonios Kenntnissen und Interessen als ausgebildeter Goldschmied. ■ 

[übersetzt nach der englischen Fassung des Kataloges: Antonella NESI Museo Stefano Bardini – Guida alla visita del museo. Firenze 2011]

 



[1550]

AUTOR 1 *   Unbekannter florentinischer Maler des 16. Jh.
AUTOR 2 *   Nachfolger des Antonio Benci (Pollaiolo)
TITEL   Tre Arcangeli
     
DATIERUNG   16. Jahrhundert
TECHNIK   Öl auf Holz
FORMAT   45 x 35 cm
ORT   Kunsthandel Dorotheum, Wien
SAMMLUNG   Unbekannter Privatbesitz
INVENTAR   Auktion von 17. Oktober 1995, Lot 69
     

TYPUS

 

Die drei Erzengel

TYPUS 

 

 

 

Erzengel Michael als Seelenwäger und Sieger über den Satan

 

* Zuschreibung 1  Fondazione Zeri Bologna (Bildquelle, 9. 4. 2019);

Zuschreibung 2 Dorotheum Wien 1995



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QUIS UT DEUS  – DER ERZENGEL MICHAEL IN DER BILDENDEN KUNST – VIRTUELLE AUSSTELLUNG UND MATERIALSAMMLUNG